Ideen finden

Du brauchst Stift, Papier und eine Stopuhr/Eieruhr/Timer ….

Dann stellst du dir eine Frage, stellst den Timer auf drei Minuten ein und schreibst alle Antworten auf, die dir zu der Frage einfallen.

Es gilt: Es gibt kein Falsch oder Richtig. Schreib alles auf, was dir einfällt. Auswählen kommt später!

Z.B.: Warum liegt mein Mann ständig auf dem Sofa?

  • Er ist faul.
  • Im Sofa steckt ein Magnet, der seinen bionischen Körper festhält.
  • Er kann von dort die Nachbarin sehen, die meistens nackt herumläuft
  • Er empfängt von dort Lichtzeichen – er ist Agent, Außerirdischer oä.
  • Die Katze fesselt ihn mit einem Zauber, damit sie von ihm gestreichtelt wird.
  • Ohne Sofa würden ihm wichtige Vitamine fehlen.
  • Wenn er aufsteht, könnte ich das Loch sehen, dass er unter dem Sofa gebuddelt hat.
  • usw.

Eine andere Frage, die mich interessieren würde: Warum ist unser Nachbar so sehr um seinen Garten besorgt?

Die Ideen schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich.

Wenn man nun eine Idee auswählt, kann man erneut eine Frage stellen und drei Minuten schreiben.

Z.B.: Warum buddelt der Mann ein Loch unter seinem Sofa?

Mit dieser Technik kann man Plotprobleme lösen und Spaß macht es auch noch.

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Orte im Roman – VI

Fantastische Orte

Wenn man Fantasy schreibt und Orte erfindet, sollte man sich gut überlegen, welche Orte man aussucht und wie sie „funktionieren“.

Gelten die normalen Naturgesetze? Schweben Inseln über dem Wasser? Gibt es einen Sternenhimmel, wie bei uns oder drei Monde? usw.

Und auch hier gilt: Beschreibe deine Schauplätze mit allen Sinnen!

Aussehen, Gerüche, Geräusche, Haptik, Gefühle deines Protagonisten.

Aufgabe: Entwirf ein kleines Fantasysetting. Es macht Spaß mal einfach drauflos zu fabulieren. 😉

Orte im Roman – V

Orte sind Teil des Charakters.

Besonders die Wohung, das Büro, das Zimmer, die Werkstatt … sagen etwas über den Charakter deiner Figur aus.

  • Welche Farbe hat die Tapete? Rosa, abstrakte Muster …? usw.
  • Gibt es viel freien Platz oder ist alles vollgestopft?
  • Sammelt die Person etwas?
  • Ist es aufgeräumt oder sehr unordentlich?
  • Ist der Kühlschrank leer?
  • Riecht es nach Gewürzen?
  • Der Kleiderschrank nach Farben sortiert?
  • Wer wohnt noch in der Wohnung?
  • Deutet etwas auf Geheimnisse hin, die die Figur verbergen möchte?

Aufgabe: Schicke deinen Protagonisten an einen, für ihn, ungewöhnlichen Ort. (Alles was die Figur tut, sagt etwas über sie aus.)

  • Was nimmt sie wahr?
  • Fragt sie nach dem Weg?
  • Wie reden die Personen, die sie anspricht?
  • Ist überhaupt noch jemand dort?

 

Orte im Roman – IV

Der Ort treibt die Handlung voran.

Mit den Details erzeugst du Spannung und Erwartung. Je besser die Leser/innen deinen Ort kennen, desto mehr können sie spekulieren.

Wird der Gefangen aus dem Keller fliehen können? Kann der herannahende Held das Opfer befreien?

Setze alle Sinne ein um deinen Ort zu kreieren.

Aufgabe: Beschreibe kurz den Handlungsschauplatz deiner Geschichte. Anschließende mach eine Liste mit Elementen, die eine Bedeutung für den Verlauf deiner Handlung haben können.

Z.B.: Naturgewalten, Höhlen, verschlossene Türen, Fallgruben usw.

 

Orte im Roman – III

Erzeuge Stimmung

Je nachdem in welchem Genre du schreibst, kannst du mit deinem Ort Stimmungen erzeugen. Orte in einem Liebesroman werden andere sein, als in einem Krimi oder einer Fantasy-Geschichte.

Entscheidend ist, wer erzählt. Der Täter, das Opfer, der verlassene Mann oder die verliebte Frau.

Ein weiterer Punkt ist das Tempo. Auf der Flucht nimmt man weniger und andere Dinge wahr, als an einem Ort der Erinnerung.

Versuche dich vom Klischee zu lösen. In tragischen Situationen regnet es oft. Was könntest du anders machen? Und wenn es regnet, wie könntest du das Klischee überwinden?

Aufgabe: Lass dich von einem Spaziergang inspirieren. Dein Lieblingscafe, historische Gebäude, Läden, besondere Orte in der Natur, Baustellen ectr.

Mach dich gezielt auf die Suche nach Kulissen. Ein Hinterhof, ein verwilderter Garten, ein Golfclub …

Betrachte die Orte durch die Augen deiner Romanfigur.

Aufgabe: Übe den Ort mit allen Sinnen wahrzunehmen und zu beschreiben

  • Was siehst du?
  • Welche Geräusche hörst du?
  • Welche Gerüche liegen in der Luft?
  • Wie fühlt sich der Boden unter deinen Füßen an? (Kopfsteinpflaster vs. Waldboden) Das alte Mauerwerk, der raue Stamm eines Baumes…

Orte im Roman – II

Wer sieht was?

Jede Figur nimmt einen Schauplatz anders wahr. Ein Verwandter deiner Figur, sieht die Wohnung des Betreffenden anders, als ein Notarzt oder ein Vertreter, der die Wohnung betritt.

Je nachdem, in welche Situation gerade besteht, werden Dinge, Räume, Orte anders wahrgenommen.

Beispiel: Gerät man in Gefahr, denkt man wohl kaum über die Orchideen auf der Fensterbank nach, sondern sucht nach einem Notausgang.

Aufgabe: Wähle eine Ortsbeschreibung aus deinem Lieblingsbuch(oder dem Buch, dass du gerade liest) und schildere den Ort aus der Sicht einer anderen Figur des Romans.

Oder schicke deine eigenen Figuren an den gewählten Schauplatz. Was sehen sie dort?

Orte im Roman – I

Um mit dem Profansten zu beginnen: Der Ort im Roman hat eine Bedeutung. Er ist kein Zufall. (Oder sollte keiner sein)

Warum hält sich der Held/Heldin ausgerechnet an diesem Ort auf? Ist er freiwillig dort?

Der Ort sollte geplant werden, wie alle anderen Details der Geschichte. Er ist eine wesentliche Zutat.

Beispiel: Eine Liebesszene findet eher selten auf einem Friedhof statt. Doch wenn es so ist, sollte es einen guten Grund haben.

Aufgabe: Nimm dir dein Lieblingsbuch (oder das Buch, das du gerade liest) und sieh dir die Ortsbeschreibungen näher an.

  •  Welche Schilderungen findest du interessant, welche nicht?
  • Welche veranlassen dich zum weiterblättern?
  • Mach dir kurze Notizen und halte deine Beobachtungen fest

Klassiche Roman haben noch einmal eine andere Art Orte und Natur in die Geschichte einzubringen. Ich kann da besonders Stefan Zweig empfehlen oder Gerald Durrell, der Naturforscher war.

Die Idee zu dieser kleinen Artikelserie stammt aus der TEXTART 3/2013.

10 erste Sätze – VIII

Gelegentlich schneiten Passanten herein.

Nutze den Satz als Beginn deines Textes.

Zusatzaufgabe: Um welchen Ort handelt es sich? Beschreibe ihn in detailiert.

Zusatzaufgabe: Um was für Passanten handelt es sich? Sind es bestimmte Personen oder Personengruppen?