Der Böse und der Held

„Stelle den Antagonisten in deiner Geschichte vor. Versuch so viel wie möglich von seiner finsteren und egoistischen Natur durch eine Beschreibung seiner Physis und seiner Körpersprache zu vermitteln.“

Die oben angeführte Aufgabe habe ich in meinem Blog „Schreiberlebentipps“ unter der Überschrift: Zeig das ES böse ist, eingestellt. (Übrigens eine Aufgabenstellung, die ich von einer englischen Seite übernommen habe.) Sie ist als Übung gedacht, einen sogenannten Bösewicht zu imaginieren. Die Aufgabe hätte auch so aussehen können:

„Stelle den Helden deiner Geschichte vor. Versuch soviel wie möglich seiner positiven und hilfsbreiten Natur durch eine Beschreibung seiner Physis und seiner Körpersprache zu vermitteln.“

Der Titel hätte vielleicht gelautet: Zeig das ER heldenhaft ist. Ich glaube, ich werde diese Aufgabe genauso einstellen. (Oh! Habe ich ja gerade – also tut euch keinen Zwang an 😉 .) Ich mag Helden in Geschichten und ja, ich gebe es zu, ich mag einen richtig guten „Bösen“ in Geschichten. Ein Held kann nur so heldenhaft sein, wie sein Gegenspieler böse. Ich erinnere an die Gegenspieler von „James Bond“, von Bruce Willis in „Stirb langsam“ und an einen Darth Vader in „Star Wars“. Ein wirklich guter Bösewicht. Und das meine ich weder kokett noch spöttisch. Jeder gute Antagonist hat seine Gründe so zu sein, wie er ist. Ebenso der Held. Wir als Schriftsteller wissen DAS! Niemand ist schwarz weiß. Jeder Charakter hat seine Grauzonen. In jedem Helden steckt eine Schwäche und in jedem Antagonisten gibt es etwas Gutes. Jede Figur hat eine Vorgeschichte mit Höhen und Tiefen und aus irgendeinem Grund, den nur sein „Schöpfer“ kennt, ist er so geworden, wie er ist. Unsere Aufgabe als Schreiber ist es, diese Dinge aus unserem Charakter heraus zu kitzeln und sie dem Leser plausibel zu machen. Er soll nachvollziehen können, warum der Böse die Welt beherrschen und warum der Held sie retten will.

Meine kleinen Aufgaben sollen zur Übung und dazu beitragen, dass ihr euch über eure Figuren Gedanken macht. Dass ihr sie durchleuchtet, ihren Beschreibungen und Tätigkeiten Aufmerksamkeit schenkt, ihr detailiert über sie berichtet und sie vor dem Leser so eindrücklich erstehen lasst, dass sie ihnen im Gedächtnis bleiben. Ich wünsche euch viel Spaß mit den Aufgaben in meinem Blog und sehr viel Spaß beim Schreiben eurer Geschichten! 🙂

PS.: Ich sah mich genötigt diesen Artikel zu schreiben, da ein Besucher meines Blogs die oben angeführte Aufgabe, ich sage es mal diplomatisch, in den falschen Hals bekommen hat. Zum Glück nur ein Einzelfall. Ich möchte mich bei meinen treuen Lesern bedanken, die die Schreibkicks nutzen, meine Begeisterung teilen und Freude am Schreiben finden. Ich werde mich weiterhin nach interessanten Aufgaben umsehen und wünsche mir,  euch noch viele schöne Schreibanlässe geben zu können, die euer kreatives Potential zum Vorschein bringen. In diesem Sinne, alles Liebe! Eure Caroline.

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