Recherche

Bei meiner Recherche zu meinem neuen Roman bin ich auf eine interessante Begebenheit gestoßen:

Dabei geht es um die Kontinentalsperre, die Napoleon verhängte, um die Engländer in die Knie zu zwingen, was sich am Ende gegen ihn gerichtet hat, als Zar Alexander I. aus dem Boykott ausbrach und die russischen Häfen wieder für den englischen Handel öffnete.

„Trotz rigoroser Kontrollen entwickelte sich ein schwunghafter Schmuggel. Britische Waren wurden über die Türkei und den Balkan nach Wien gebracht und von hier aus zu den Messeplätzen in Leipzig und Frankfurt am Main. Zu einem Eldorado des Schleichhandels wurde die kleine Insel Helgoland, die die Engländer 1807 den Dänen abgenommen hatten. Im Herbst 1808 lagerten hier Kolonialwaren im Wert von über einer Million Pfund Sterling: Kaffee, Kakao, Zucker, Pfeffer, Indigo, Baumwolle. Mit Hilfe Hunderter kleiner Schiffe gelangten die Waren aufs Festland. Wie sich der Schmuggel vom dänischen Altona ins von Frankreich besetzte Hamburg vollzog, schildert ein zeitgenössischer Bericht:

„Da schürzten sich die Weiber, um Kaffeebohnen in ihre Strümpfe zu schüttten und kleine Beutelchen mit dieser Ware überall unter den Kleidern zu befestigen; da füllte ein Knabe die löcherigen Hosen mit Pfeffer, andere gossen Sirup in ihre Stiefel, ja man will Weiber in ihr schwarzes Zottelhaar, unter der Mütze, Puderzucker haben verbergen sehen. (…) Es sind auf diese Weise ungeheure Quantitäten hineingeschafft worden.“

http://www.deutschlandfunk.de/boykott-zum-eigenen-schaden.871.de.html?dram:article_id=125699

Ich benötigte dieses Detail nicht für meine Geschichte, finde es aber super spannend! Waren wurden über Türkei-Balkan-Wien nach Leipzig und Frankfurt- Hamburg (französisch besetzt!) gebracht – Helgoland gehörte damals den Engländern (!!!) – dort lagerten Kolonialwaren im Wert von einer Million Pfund Sterling(!) – Kaffeebohnen wurden in Strümpfen geschmuggelt *ggg*. Not macht erfinderisch.

Allein diese beiden Absätze würden reichen eine Geschichte zu erfinden …

Merke: Wenn du recherchierst und auf ein besonderes Detail stößt notiere (eine der wichtigen Arbeiten eines Schriftstellers) es dir – wer weiß, wann man es wieder brauchen kann.

 

 

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Ein Kommentar zu “Recherche

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