Orte im Roman – I

Um mit dem Profansten zu beginnen: Der Ort im Roman hat eine Bedeutung. Er ist kein Zufall. (Oder sollte keiner sein)

Warum hält sich der Held/Heldin ausgerechnet an diesem Ort auf? Ist er freiwillig dort?

Der Ort sollte geplant werden, wie alle anderen Details der Geschichte. Er ist eine wesentliche Zutat.

Beispiel: Eine Liebesszene findet eher selten auf einem Friedhof statt. Doch wenn es so ist, sollte es einen guten Grund haben.

Aufgabe: Nimm dir dein Lieblingsbuch (oder das Buch, das du gerade liest) und sieh dir die Ortsbeschreibungen näher an.

  •  Welche Schilderungen findest du interessant, welche nicht?
  • Welche veranlassen dich zum weiterblättern?
  • Mach dir kurze Notizen und halte deine Beobachtungen fest

Klassiche Roman haben noch einmal eine andere Art Orte und Natur in die Geschichte einzubringen. Ich kann da besonders Stefan Zweig empfehlen oder Gerald Durrell, der Naturforscher war.

Die Idee zu dieser kleinen Artikelserie stammt aus der TEXTART 3/2013.

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10 erste Sätze – VIII

Gelegentlich schneiten Passanten herein.

Nutze den Satz als Beginn deines Textes.

Zusatzaufgabe: Um welchen Ort handelt es sich? Beschreibe ihn in detailiert.

Zusatzaufgabe: Um was für Passanten handelt es sich? Sind es bestimmte Personen oder Personengruppen?

10 erste Sätze – VII

Der Motor surrte und …………… schwieg, bis sie ……………………….. hinter sich gelassen hatten.

Nutze den Satz als Beginn deiner Geschichte.

Zusatzaufgabe: Schreibe einen Charakterbogen für die Person, die schweigt.

John Irving, Zeit und die Liebe zur Überarbeitung

Eine Freundin fragte mich, ob sie mir einige Ausgaben der TEXTART „vererben“ darf. Natürlich hab ich mit Freude Ja gesagt. In der Ausgabe 3/2016 stieß ich auf einen tollen Artikel über:

„Schreiben a la John Irving – ein Blick in seine Autorenwerkstatt“

Aus diesem Artikel habe ich 11 Punkte herausgeschrieben, die ich als sehr motivierend betrachte. Besonders Punkt 4 und 10 haben es mir angetan. Ich hoffe, auch für euch ist der ein oder andere Punkt dabei, der euch anspornt.

  1. Schreib über das, was du kennst. (John Irving schrieb z.B. über einen Autor) Oder recherchiere gut.
  2. Die meisten Schriftsteller haben bestimmte Themen, die sie in ihren Werken umkreisen.
  3. Von hinten nach vorne. Zitat: „Ich brauche das Ende um anfangen zu können. Wenn du den Standpunkt und den Ton des Endes hast, dann geht es dir wie mit dem Rafrain eines guten Songs: Du bewegst dich darauf zu…das gibt dir Selbstvertrauen.“
  4. Gut Ding will Weile haben. Die Idee für „Twistet River“ trug John Irving viele Jahre mit sich herum. Seine Romane entwickeln sich teilweise über einige Jahre hinweg.
  5. Die Muse küsst einen oft sehr überraschend. John Irving fiel der letzte Satz zu „Twistet River“ ein, als er den Song „Tangled Up in Blue“ im Autoradio hörte (er war das Motto der Geschichte).
  6. Immer Papier und Stift dabei haben. John Irving rannte in die Arztpraxis  (zu der er siehe 5 unterwegs war), bat um einen Rezeptblock und notierte den Satz. Ebenso ist sein Fitnessraum ist mit Klemmbrettern, Papier und Stiften ausgestattet.
  7. In Medias res – „mitten in die Dinge(Geschichte)“ hinein springen macht sie lebendig.
  8. Bewegung! Gleicht die vielen am Schreibtisch verbrachten Stunden aus.
  9. Ein Hoch der Überarbeitung! Zitat aus Irvings Buch: „Ich steh auf Schreiben, nicht auf Überarbeiten“, hatte Drake zu Danny gesagt. „Mir gefällt nur das Kreative daran.“ – „Aber Überarbeiten ist Schreiben„, hatte Danny dem jungen Mann entgegnet. „Manchmal ist die Überarbeitung das Kreativste daran.“
  10. Vorbilder motivieren. John Irving las Charles Dickens Roman „Große Erwartungen“ und wünschte, er hätte ihn geschrieben. Er wollte die Leser so bewegen, wie ihn dieser Roman bewegt hatte.
  11. Ein (umfangreiches) Werk kann nur mit Beständigkeit gedeihen. Zitat aus Irvings Buch: Danny schrieb täglich bis zum frühen Nachmittag, die wenigen verbleibenden Stunden Tageslicht wollte er für seine Hausaufgaben nutzen.

Nicht alles ist für alle praktikabel, aber vielleicht ist das eine oder andere dabei, dass euch inspiriert. Mir zeigt es vor allem eins, ich muss nicht hektisch werden, wenn ich etwas länger für einen Roman brauche. Wichtiger ist, dass es mir ernst mit dem Schreiben ist und ich das beste schreibe, was ich kann.

Viel Spaß euch allen!

Eure Caroline

10 erste Sätze – IV

„In diesem nördlichsten Teil der Stadt war er erst einmal gewesen.“

Bevor du deine Geschichte schreibst, könntest du eine Beschreibung des Ortes wagen, an den sich deine Figur begibt.

(Zur Ortsbeschreibung kommt noch ein ausführlicherer Artikel.)

10 erste Sätze – II

„Du hast das Mädchen doch gesehen! Was wird aus ihr?“

Du kannst den Satz als ersten Satz deiner Geschichte nutzen oder du schreibst nur einen Dialog zwischen zwei Personen.

Wer sind diese Personen?

Welche Beweggründe haben sie? Kann man sie zwischen den Zeilen lesen?

10 erste Sätze – I

„Einige Mitglieder dieser altehrwürdigen Familie sind nicht gerade mit Glück gesegnet.“

Dieser Satz kann der erste Satz deiner Story sein oder wenn du in einer Gruppe schreibst, der Impuls für eine gemeinsame Schreibrunde.

Der erste Satz kommt oben auf den Zettel. Du schreibts den zweiten Satz, der Nächste den dritten, der Übernächste den vierten usw. Wenn der Zettel wieder bei dir landet, schreibst du die Story weiter.

Es ist immer sehr spannend, was sich bis dahin entwickelt hat.