365 Fünf – Minuten – Texte: 34

Das unerlaubte Vergnügen macht Spaß.

Ovid

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Gründe zu schreiben

  1. Um sich auszudrücken
  2. Um etwas zu erzählen
  3. Zu heilen
  4. Zu empfangen
  5. Zu teilen
  6. Kontakt zu schaffen
  7. Zu antworten
  8. Um Anteil zu nehmen
  9. Zur Inspiration
  10. Zur Erforschung
  11. Zu wachsen
  12. Zu entdecken
  13. Etwas zu überwinden
  14. Zum Spielen
  15. Zur Berichterstattung
  16. Zur Information
  17. Zum Überzeugen
  18. Zum Schimpfen
  19. Zum Umherschweifen
  20. Zur Verteidigung
  21. Zur Identifikation
  22. Ein Erbe zu hinterlassen
  23. Bekannt zu werden
  24. Aus Liebe
  25. Weil du nicht schreiben kannst
  26. Aus Spaß
  27. Aus Rache
  28. Hausarbeit zu vermeiden
  29. Geld zu verdienen
  30. Steuerabschreibungen erstellen
  31. Karriere machen
  32. Zur Erinnerung
  33. Zur Meditation
  34. Etwas zu verarbeiten
  35. Die Stimmen im Kopf zum Verstummen zu bringen
  36. Deine Ideen zu ordnen

Altmodisch

Ich lese gerade „Liebesgeschichten“, Reclam, von Arthur Schnitzler bis Hermann Broch. Interessant welche Worte in den Texten vorkommen, die wir heute wenig nutzen. Ich habe einige ausgesucht:

Fräulein, pressant (eilig, dringend), Automobil, Hügelfirst, dürres Gezweige, Tempo einhalten, emporflammen, Vetter, Exempel statuieren, Hut lüften, Herzenserregung, Mißhelligkeit, umflort, Geliebte(r) …

Nutze einige der Wörter für einen „altmodischen“ Text. Oder such dir einen Klassiker und stelle dir ein eigenes Wortset zusammen. Es macht Spaß einmal abseits des eigenen Weges zu gehen und in solchen besonderen Worten zu schwelgen.

 

Erica Jong – Einundzwanzig Regeln für Schriftsteller

  1. Glaube an dich – sei nicht zynisch.
  2. Trau dich zu träumen.
  3. Konzentriere dich nicht auf das Veröffentlichen.
  4. Schreibe aus Spaß.
  5. Bring den Leser dazu umzublättern.
  6. Vergiss die Politik.
  7. Vergiss den Intellekt.
  8. Vergiss dein Ego.
  9. Sei ein Anfänger.
  10. Akzeptiere Veränderungen.
  11. Glaube nicht, dass dein Geist Veränderungen braucht.
  12. Erwarte keinen Applaus dafür, dass du die Wahrheit sagst.
  13. Nutze alles.
  14. Vergiss niemals, dass Schreiben gefährlich sein muss, wenn es etwas taugen soll.
  15. Lass Sex (den Körper, die physische Welt) herein!
  16. Vergiss Kritiker.
  17. Sag deine Wahrheit, nicht die der Welt.
  18. Bleib immer erdgebunden.
  19. Bleib immer wild!
  20. Schreib für das Kind (in dir und in anderen).
  21. Es gibt keine Regeln!

Aus dem Buch: Den Dämon verführen – Schreiben, um zu Leben

Gemeinsam eine Geschichte/einen Roman schreiben

Mit zwei oder mehr Schreibern eine Geschichte auszudenken ist sehr inspirierend und spannend.

Durch die Ideen des/der anderen wird die Geschichte lebendig, erhält ungewöhnliche Wendungen, Charaktere. Der ein oder andere Bruch kann dem Text oder dem Schreibpartner neue Impulse geben, die allein am Computer nicht entstanden wären.

Das gemeinsame Schreiben kann auch eine Hilfe sein, wenn man in einer Schreibblockade steckt und einen Anstoß braucht, sich aus seinen Strukturen zu lösen.

Die Tipps beziehen sich auf ein Schreiber-Paar, obwohl sie ebenfalls für größere Gruppen gelten.

Bevor ich zu den allgemeinen und den Schreibtipps komme:

A. Überlegungen zum Umgang mit dem Schreib-Partner.

  1. Stimmt die Chemie?

Bei einem sensiblen Thema, wie Kunst und Kreativität, sollte das Miteinander unter den Schreibern stimmen. Es wäre schade, wenn ein vielversprechendes Schreibprojekt im Sande verläuft, weil sich die Schreibenden nicht einigen können.

  1. Respektvolles Miteinander (s.o.)

Ab und zu wird es vorkommen, dass es nicht ganz rund läuft. Ein Schreiber hat etwas übersehen oder etwas durcheinandergebracht. Bei einem Schreib-Paar muss es möglich sein konstrukive Kritik zu äußern, ohne dass der Partner gleich alles hinschmeißt. Heißt: zuhören, überlegen, darüber reden und einen freundschaftlichen Ton wahren!

  1. Durchhaltevermögen

Eine längere Geschichte gemeinsam zu schreiben erfordert Ausdauer. Man muss auf den Text des anderen warten. Vielleicht gehen seine Gedanken in eine andere Richtung, usw.

B. Tipps für das allgemeine Schreiben der Geschichte:

  1. Welches Ziel verfolgt die Schreibgruppe?

Ist das Ganze nur ein Spaßprojekt, um im Fluss zu bleiben? Oder wollt ihr einen längeren Text/Roman schreiben, der einer bestimmten Handlung und einem Zweck folgt?

Im ersten Fall ist nicht viel nötig – Hauptsache schreiben und regelmäßig weiterschicken. Im zweiten Fall muss relativ schnell eine gewisse Planung einsetzen, damit sich die Schreibenden nicht mit Suchen nach Details, Personen, Orten ectr. aufhalten müssen. (siehe Punkt C.)

  1. Genre festlegen

Das Genre sollte allen Schreibern gleichermaßen liegen. Wenn jemand nur Krimis schreibt, nützt es nichts, wenn die anderen eine Liebesgeschichte schreiben wollen, in der ums Verrecken keiner über die Klinge springt.

Das führt uns direkt zum dritten Punkt:

  1. Flexibel sein

Wenn man gemeinsam schreibt muss (!) man manchmal bereit sein, seine Gedanken denen eines anderen unterzuordnen oder anzupassen. Oder gegen seinen üblichen „Stil“ zu schreiben. Es kann viel Spaß machen, aus sich herauszugehen und nicht so verkopft zu schreiben. (Die meisten Schreiber haben ihre feste Vorstellung, wie eine Geschichte verlaufen soll, Happy End oder nicht, er kriegt sie oder nicht, der Held gewinnt oder nicht, usw.)

  1. Punkt 3 bedingt gute Kommunikation

Unklarheiten ansprechen, Kompromisse schließen, anerkennen, dass der Schreib-Partner vielleicht eine interessantere Idee hat. Oder man kann beide Ideen geschickt kombinieren.

  1. Humor (!)

Falls die Diskussionen doch mal hitzig werden – durchatmen und miteinander lachen. Denkt dran, ihr wollt schreiben und keine Freunde verlieren.

C. Tipps für das Schreiben an der Geschichte:

Aus dem Spaßprojekt ist also ernst geworden! Dann ist es an der Zeit ein paar „Regeln“ zu beachten, um das Schreiben für die Gruppe zu erleichtern.

Hierbei kommt es auch darauf an, welche Kategorie Schreiber ihr seid. Eher Intuitive, bei denen sich die Story aus dem Text entwickelt oder Durchorganisierte, bei denen das Ende schon nach dem ersten (Ab-)Satz feststeht? Falls beide Spezies in der Gruppe vertreten sind, sind Toleranz, Humor und gute Absprachen gefragt. Doch die ein oder andere Regel kann sicher beiden Schreiber-Typen helfen.

  1. Genre, Ort, Zeit, Erzählerstimme

Dinge, die vor dem ersten Satz festgelegt werden sollten. Dazu kann man die Hauptfiguren, den Widersacher festlegen. Außerdem Kapitelanzahl, Handlungsmuster usw. Allerdings kommt es dabei auf die Schreibspezies der Schreiber an! (Chemie! Flexibilität!)

  1. Inhaltsverzeichnis und Kapiteleinteilung

Sehr wichtig! Bei allen Texten, ab einer Länge von ca. 5 – 10 Seiten und mehr als zwei Story-Charakteren.

Kapitelüberschrift, Seitenzahl, und ein paar kurze, zusammenfassende Sätze.

Es wird sehr schwierig auf Seite 35 noch zu wissen, wie der Assi des Kommissars hieß, der auf Seite 7 vorkam. Es sei denn, er ist der heißeste Typ, der auf Gottes Erdboden wandelt.

Niemand hat Lust sich einen Wolf zu suchen, wenn er gerade im Flow ist!

  1. Personenliste

Genauso wichtig! (s.o.) Zwei Personen sind in einer kurzen Geschichte noch halbwegs zu händeln. Doch bei zwei (oder mehr) Schreibenden und einer wachsenden Story mit viel handelndem Personal ist das unmöglich.

  • Jede Person verfolgt ein Ziel (und wenn sie nur ein Glas Wasser will).
  • Jede Person hat eine Vergangenheit (Legende) und Eigenschaften (Höhenangst, Mut, Geiz, Neid usw.), die sie bestimmte Dinge tun lässt (Rache, Suche, Sucht, Verlieben, Flucht, die Welt beherrschen usw.).
  • Dazu kommt das Äußere, Alter, Ticks usw.
  1. Liste für Orte/ Artefakte usw.

Auch dafür können Listen angelegt werden, so sind alle Schreiber auf dem Laufenden.

  1. Plot

Die Gruppe kann den Verlauf der Geschichte festlegen. Dabei sollte genug Platz zur Improvisation bleiben. Während des Schreibens entsteht die ein oder andere Idee. Es sollte möglich sein, einen gewissen Spielraum zu haben, damit der Prozess wachsen kann und nicht zu steif wird. (siehe Kommunikation, Schreib-Typen)

  1. Ideenpool anlegen (Zettelkasten)

Auch in den besten Schreibkonstellationen kommt es vor, dass man vor einem Text sitzt und die zündende Idee bleibt aus.

Macht ein Brainstorming. Z.B.: schreibt jeder Teilnehmer 5 Möglichkeiten auf, wie es weitergehen könnte. Diese Notizen werden gesammelt und stehen als Ideenpool zur Verfügung. (Falls jemand eine Idee für einen späteren Zeitpunkt hat, ebenfalls notieren und weitergeben.) Allein durch das Brainstorming werden neue Gedanken angestoßen.

  1. Aufmerksam sein

Wenn der Text eintrifft, genau lesen. Plotlöcher, Logikbrüche, andere Ungereimtheiten können gewollt oder im Zuge des Flow übersehen worden sein. Manch unerklärliches Details wurden vielleicht vom Schreib-Partner angelegt, um später darauf zurückzukommen (Spannungsaufbau).

Andererseits kann es sein, er hat sich vom Flow hinreißen lassen und den „Fehler“ nicht bemerkt. Nachfragen! So kann das Malheur schnell ausgebügelt werden. (siehe Kommunikation und der Ton macht die Musik.)

  1. Textlänge

Nicht unwesentlich. Wie viel soll jeder Schreibpartner schreiben? Einen Absatz, eine Seite, ein Kapitel?

Anfangs mag es sein, dass ein Absatz genügt, doch wenn man erst im Schreiben ist und es fließt, kann es zu wenig sein. Neu verhandeln.

  1. Speziell für Gruppen:

Absprechen wer anfängt, und wer die Texte in welcher Reihenfolge bekommt. Wer schreibt die Listen?(s.o.) Vielleicht sollte eine Deadline pro Schreibeinheit gesetzt werden, damit niemand zu lange auf den Text warten muss?

Je größer die Gruppe, je mehr Organisation ist erforderlich. Diese Punkte sind bei zwei Schreibern leichter zu regeln.

Fazit:

Schreiben in der Gruppe kann neue Impulse schaffen, ist spannend und hält das Denken felxibel, auch für die eigenen Texte. Eine gute Möglichkeit eine Schreibblockade zu brechen. Man gewinnt neue Schreibpartner. Es trainiert Durchhaltevermögen, Kommunikation und Scheibfähigkeit.

Und das Allerwichtigste:

Es macht unglaublich viel Spaß!

365 – Tage – Projekt – Eine Erinnerung

Für alle Leser, die den Anfang meines 365-Tage-Projekts nicht mitgelesen haben, hier noch mal eine kurze Erklärung.

Das Projekt dient dazu in Schwung zu bleiben. Das heißt: jeden Tag einen kurzen Text  verfassen. Mindestens 6 Zeilen, aber nicht mehr als 2 Seiten. Eine kleine Aufwärmübung, um leichter ins Schreiben zu kommen. Es soll keine Hochliteratur verfasst werden. Du musst nichts überarbeiten oder groß korrigieren. Das 365-Tage-Projekt dient dem Spaß!!!

Schreib einfach drauflos. Nutze den ersten Impuls. Sollte dich dein Text in eine komplett andere Richtung führen, als das Thema – macht nichts!

Themaverfehlungen erlaubt und erwünscht! Ausdrücklich.

Und wer weiß? Vielleicht entsteht aus dem Schwung eines Schreibimpulses dein nächster Roman?

Es braucht nur einen winzigen Funken, um ein Feuer zu entfachen.

Ich wünsche euch viel Freude und Spaß beim Schreiben!

Caro

Über die Motivation von Schreibkursleitern

Die Motivationen von Kursleitern für kreatives Schreiben sind vielfältig. Doch nicht alle Beweggründe sind hilfreich für den Schreibenden. Als Poesiepädagogin, Kursleiterin und Teilnehmerin von Schreibkursen konnte ich einige Erfahrungen sammeln. Mein Vorbild in meiner Arbeit als Kursleiterin ist meine erste Dozentin Annette. Für sie stand das Schreiben, der zündende Funke, die Inspiration der Teilnehmer immer im Vordergrund.

Folgend möchte ich über einige Gründe von Kursleitern (KL) sprechen und wie sie sich auf den Teilnehmer und den Dozenten auswirken.

Motivationen sind z. B.:
1. Geld verdienen.
2. Seinem Lebenslauf Skills (Qualifikationen) hinzuzufügen zu können.
3. Kontakte knüpfen.
4. Als Lehrer agieren.
5. Ein Prestigeobjekt vorweisen zu können.
6. Begeisterung für das Schreiben.
7. Hilfestellung für zaghafte Schreiber, Ideengeber/Anreger und Ratgeber für Geübte sein.

Leider wird das Schreiben (von Geschichten, Romanen, Texten, Gedichten …) in unseren Breitengraden oft belächelt: „Ach, jetzt schreibt sie/er auch noch.“ – „Ein Hemingway ist er/sie ja nicht gerade.“ – „Wenn ich wollte, könnte ich auch einen Roman schreiben, das ist doch nicht schwierig.“ – „Wozu besuchst du einen Schreibkurs? Kannst du etwa nicht schreiben?“

Maler, Bildhauer, Sänger, Musiker, Fotografen oder Köche (und andere Kreative) sind Künstler – warum sind Schriftsteller – außer den Bestsellerautoren vielleicht, weniger Künstler? Weil jedes Kind in der Schule schreiben lernt? Ich weiß es nicht. Sich schreibend auszudrücken ist Kunst. Und wie bei allen Künsten, wird der Schreiber durch Üben besser. Und wie bei anderen Künsten auch, ist das Kunstwerk Geschmacksache.
Literarische Kunst kennt, wie z. B.: Malerei und Musik, verschiedenste Stilrichtungen und Möglichkeiten sich auszudrücken. Darum ist es als KL für kreatives Schreiben besonders wichtig kein Kritiker oder Lehrer (siehe 4) zu sein, vielmehr ein Mentor. Er sollte erkennen, wo die besonderen Begabungen des Schreibenden liegen und wie sie herausgestellt werden können und an welchen Punkten gefeilt werden sollte. Rechtschreibung und Grammatik haben natürlich ihren Platz, doch nicht im Moment des Schreibprozesses(!). Das kann zu tiefgreifenden Blockaden führen. Wir sind nicht in der Schule, sondern im „Künstleratelier“.

Jede Schreiberseele braucht ihren eigenen Raum, um sich zu entfalten. Sie hat ihren individuellen Rhythmus und Stil, den es zu respektieren gilt und der nicht durch ein Korsett aus Regeln eingeengt werden soll. Um Handwerk zu vermitteln, braucht der KL Fingerspitzengefühl.
Ein weiterer Beweggrund (siehe 1), den ich als ungeeignet betrachte, einen Kurs zu leiten, ist, damit Geld zu verdienen. Dadurch setzt sich der KL selbst und den Teilnehmer unter Druck.

Gute Arbeit soll angemessen bezahlt werden. Andererseits halte ich es für wichtig, die Beiträge moderat zu halten, um möglichst vielen Interessierten die Gelegenheit zu geben sich die Teilnahme an einem Schreibkurs zu leisten. Wenn der Kursleiter die Beiträge als Anerkennung für seine Organisation und Durchführung betrachtet, nimmt er sich den Druck eine bestimmte Zahl an Teilnehmern zusammenbringen zu müssen und kann auch mit wenigen Besuchern arbeiten.

Zu dieser Einstellung zu gelangen, ist gewiss eine Sache der Begeisterung (siehe 6), die den Schreibkurs als Prestigeobjekt oder Skill (siehe 5 und 2) direkt ausschließt. Ein Prestigeobjekt oder eine vorzeigbare Qualifikation dient nicht dem Schreibenden, sondern dem KL. Wir brauchen keine „Schreibjünger“ oder Vorzeigeobjekte. Wir wollen den Nährboden für eine harmonische Atmosphäre und Gruppendynamik schaffen, in der Ideen und Inspirationen auf fruchtbaren Boden fallen, wachsen und gedeihen. Ein geschützter Raum, in dem sich die Teilnehmer, als Kollegen und Helfer wahrnehmen, im positivsten Sinn, als Freunde (siehe 3) und nicht als Konkurrenten. Durch konstruktives Feedback und Lob können alle wachsen, sich unterstützen und ihr Talent weiter entwickeln.

Die wichtigste Aufgabe eines KL ist es den Teilnehmer an seine Inspiration heranzuführen, ihm Möglichkeiten aufzuzeigen seine kreative Quelle anzuzapfen und bei Bedarf in der Textarbeit behilflich zu sein (siehe 7). Außerdem muss der KL als Betreuer einer Gruppe, die Fähigkeiten der Teilnehmer einschätzen können, und die Stimmungen und Dynamik zwischen den Schreibenden im Auge behalten. In diesen wichtigen Bereichen sind die sozialen Fähigkeiten eines KL gefragt. Ein Schriftsteller hat eine ebenso sensible Künstlerseele, wie Kunstschaffende anderer Genres. Ein KL soll keine „Brechstange“ benutzen, um aufzuzeigen, wo Korrekturbedarf besteht, sondern einen „Bleistift“. Es gibt im Bereich des kreativen Schreibens viele Übungen, mit denen der KL dem Teilnehmer das nötige Handwerkszeug zur Textarbeit entspannt vermitteln kann. (Schöne Beispiele gibt es (z.B.) in dem Buch: Kleiner Autoren-Workshop von Ursula LeGuin. )

Wer sich ernsthaft mit dem kreativen Schreiben auseinandersetzt, das betrifft ebenfalls die therapeutisch/psychologische Seite, die nicht zu unterschätzen ist, weiß, dass durch Druck nichts erreicht wird. Druck und harsche Kritik machen hart, widerwillig und führen zu tiefsitzenden Schreibblockaden.

Die Musen der Antike werden mit Attributen wie fröhlich tanzen, erfreuen, liebevoll, himmlisch usw. belegt. Unsere Aufgabe als Kursleiter ist es die Teilnehmer zum „Singen“ (Schreiben) zu bringen. Dazu kann ich die Bücher von Lutz von Werder (Lehrbuch des kreativen Schreibens, Schreiben als Therapie, Schreib- und Poesietherapie), Jürgen vom Scheidt (Kreatives Schreiben – HyperWriting) und von Julia Cameron (Von der Kunst des Schreibens) empfehlen.

Es ist gut die eigene Motivation von Zeit zu Zeit neu zu überdenken, um die bestmögliche Arbeit für unsere Kursteilnehmer zu leisten und den Spaß an der Kunst für uns und andere zu erhalten.

Schreibtafel her, ich muss mir`s niederschreiben! – Workbook II

Wie bei Workbook I soll der Spaß am Schreiben auch im zweiten Workbook im Vordergrund stehen. „Schreibtafel her, ich muss mir`s niederschreiben“, ließ Shakespeare im Hamlet sagen. Darum gibt es für jede Anregung zwei freie Seiten für deine Texte. Das Workbook ist bequem zu transportieren und jederzeit einzusetzen. Man braucht nur noch einen Stift. Lass dich von den Anregungen und Ideen inspirieren. Falsch und Richtig gibt es nicht. Kombiniere die Aufgaben, wandel sie für deine Bedürfnisse ab, wenn du magst, oder mach sie mit Schreibfreunden/innen.

Viel Spaß!

Eure Caroline

 

werbung workbook 2

212 Seiten ISBN 978-3-7347-7999-2

Workbook I – Kein Tag ohne Text

Wilhelm Busch schrieb: „Gedanken sind nicht stets parat, man schreibt auch, wenn man keine hat.“ Das Workbook I, mit 101 neuen Schreibanregungen, wirkt diesem Missstand auf praktische Weise entgegen. Der Schreibende kann sich nach Belieben aus dem Ideenpool bedienen und bequem jederzeit und überall mit dem Schreiben beginnen. Ob im Wartezimmer, in der U-Bahn, im Café, im Urlaub oder zu Hause. Es wird nur ein Stift benötigt, da für jede Aufgabe eine freie Doppelseite für Text oder Notizen vorgesehen ist.

„Tobt euch aus und habt Spaß! Kein Tag ohne Text.“

Workbook I - Aufschlagen & Schreiben

208 Seiten, ISBN 978-3734777523